13. Juni 2012

Statt Fahrrad mal mit der Eisenbahn





Da die Vortragsorte und –zeiten nicht immer kompatibel mit meiner Reiseroute sind, brachten mich zwei ungewöhnliche – aber so geplante – Tage, mit dem Zug statt mit dem Fahrrad von Nackenheim bei Mainz nach Heppenheim und Aachen. In Heppenheim an der Bergstraße hielt ich im dortigen Weltladen einen Vortrag zum Thema Fairer Handel und kam nach Diskussion, Stadtrundgang und 90-minütiger Zugfahrt erst gegen Mitternacht zurück nach Mainz. Danke dem Weltladen Heppenheim an dieser Stelle für seine großzügige Spende an die guatemaltekische Kindertagestätte Educarte, für die ich während der „Fairen Biketour“ Geld sammle. Am nächsten Vormittag ging es gleich weiter nach Aachen, wo mich eine größere Veranstaltung zum Thema Fair Reisen erwartete. Sie war eingebettet in das Aachener Weltfest und wurde vom Eine-Welt-Forum, dem Bündnis Fairhandel(n) Aachen und der sehr engagierten Aachener Arbeitsgruppe der Entwicklungsorganisation terre des hommes veranstaltet. Die Vorbereitungen für die Veranstaltung waren sehr professionell mit Postern, Rundmails und Ankündigungen in der Presse. Beinahe 40 Zuhörer fanden sich in den Räumlichkeiten der Volkshochschule ein, die sich zunächst an einem Buffet mit türkischen Spezialitäten laben konnten. Nach meinem Vortrag und anschließender Diskussion luden mich Mitglieder von terre des hommes in ein nettes griechisches Lokal ein. Und auch die Nacht verbrachte ich bei einem Mitglied von terre des hommes. Auch hier vielen Dank an die Organisatoren für ihr Engagement. Auf dem Rückweg von Aachen nach Nackenheim hatte ich noch einen Termin im  Gutenberg Gymnasium, Mainz, bei einer Englischklasse meiner Lehrerin. In einer Doppelstunde ging es um die schlimmen Arbeitsbedingungen von Kindern in indischen Steinbrüchen, was man hier dagegen tun kann und wie Fairer Handel funktioniert. Die Kids, angehende Abiturienten, stellten ne Menge guter Fragen und die 90 Minuten vergingen wie im Flug. Abends grillten wir bei meiner Schwester (der Schwager zauberte eine leckere Forelle auf dem Grill für mich) und freuen uns über den deutschen Sieg über Holland. Morgen geht es – hoffentlich bei weniger Regen – dann wieder mit dem Fahrrad weiter. Fotolink: https://picasaweb.google.com/Quetzalfeder/FaireBiketourTage79NackenheimHeppenheimAachenMainz#

11. Juni 2012

Vom Odenwald zum Rhein



Das Daumendrücken (s. vorheriger Blogeintrag) war zwar erfolgreich, das Spiel aber milde ausgedrückt „mäßig“. Da ist noch Steigerungspotenzial. Das gilt auch für meine Kondition, die aber am heutigen Tag nur an einer längeren Steigung im Odenwald gefordert war. Danach ging es wellig hinunter nach Darmstadt, wo ich nach halber Strecke im Bessunger Orangeriegarten ein verdientes Mittagspäuschen einlegte. Ein weitverzweigtes Radwegenetz brachte mich in nordwestlicher Richtung über viele kleine Dörfer, vorbei an Baggerseen und einem großen Golfplatz  zur
Rheinfähre bei Nierstein. Die in Nierstein direkt an der Straße gelegene Eisdiele Morano ist nicht nur sonntags ein beliebter Rastplatz für Wanderer, Autoausflügler, Biker und Radler. Ein leckeres Bananensplit gab mir genügend Energie für die wenigen noch fehlenden Kilometer durch die Weinberge bis Nackenheim, dem Wohnort meiner Schwester. Hier ist mein Hauptquartier für die nächsten Tage. Von hier geht es per Zug hin und zurück zu Vorträgen nach Heppenheim (11.6.) , Aachen (12.6) und zu Schülern im Gutenberg Gymnasium am 13.6. Mit dem Fahrrad geht es dann am 14.6. weiter nach Frankfurt, wo am späten Nachmittag ebenfalls ein Vortragstermin auf dem Programm steht. Wenn Ihr Freunde/Bekannte im Rhein-Main-Gebiet habt, sagt ihnen bitte Bescheid. Die genauen Infos zu den jeweiligen Veranstaltungen findet Ihr im Blog unter Veranstaltungen. Viel Spaß mit den Fotos des Tages...wie immer unter Picasa, direkter Link: https://picasaweb.google.com/Quetzalfeder/FaireBiketourTag6ZellNackenheim

9. Juni 2012

Ein Schloss, drei Flüsse, 50 Skulpturen und vieles mehr ...



Nach ein leckeren Frühstück mit den Besitzern der Vorbachmühle, lernte ich den Weltladen Weikersheim kennen. Er ist klein aber fein und durch die Unterbringung in einem ehemaligen „Arme-Leute-Haus“ mitten in der Altstadt äußerst charmant. Da ein Teil des Gebäude-Inneren vom Verein „Weikersheimer  Eine Welt Gruppe“ restauriert wird, bekam man interessante Einblicke in die Bauweise von „damals“ mit Zwischendecken aus Lehm und Mauern, die teilweise nur aus aufeinander gestapelten und dann verputzten Dachpfannen bestehen.
Dann ging es zum Weikersheimer Schloss, in dem gerade eine Reisegruppe aus Indien – sehr zur Überraschung der Lokalbevölkerung - eingetroffen war. Die Zeiten ändern sich eben... gut so! Im sehenswerten Schlossgarten fand eine Fronleichnamsmesse statt und nach einem Rundgang und Besichtigung der evangelischen Kirche machten wir eine verdiente Kaffeepause in einem Eiscafé am Marktplatz. Beeindruckend sind die 50 lebensgroßen Bronzeplastiken des Künstlers Karl-Henning Seemann, die im ganzen Ort verteilt sind und auf einzigartige Weise die Dynamik der Zeit darstellen. Der Nachmittag verging mit E-Mails beantworten und Blog schreiben, bevor am späten Nachmittag bei Kaffee und leckerem Rhabarberkuchen  ein Pressetermin auf dem Programm stand. Abends dann der erste Vortrag zum Thema „Fair Reisen“, zum dem rund 15 Besucher erschienen. Der Abend klang nach Diskussion mit den Anwesenden erst nach Mitternacht in der Küche meiner Gastgeber bei Käsepastete und Holunderschorle aus.

Die Route des 8. Juni führte mich zunächst entlang der Tauber, einem beliebten Radweg, was durch Dutzende Radler untermauert wurde. Obwohl die Strecke schön zu radeln ist, machte mir ein heftiger Gegenwind – der mich dann fast den ganzen Tag begleitete – doch zu schaffen. Schnell war Bad Mergentheim erreicht und wenig später die bekannte Fechthochburg Tauberbischofsheim . Nach einer Pause verabschiedete ich mich von der Tauber und folgte der Route meines Falk-Navis Richtung Westen – zunächst heftig bergauf. Durch einsame Wald- und Wiesenlandschaften mit menschenleeren Dörfern (Mittagspause?), erreichte ich das wildromantische Erfa-Tal, dessen Namensgeber, das Flüsschen Erfa, bei Miltenberg in den Main mündet. Den Main hatte ich irgendwie gar nicht auf dem Schirm und war ziemlich überrascht, als ich vor dem breiten Strom stand. Da es schon ein wenig spät war, ließ ich die Altstadt von Miltenberg aus, die sehr sehenswert sein soll. Mut zur Lücke, denn ich hatte ja noch einige Kilometer Aufstieg in den Odenwald vor mir. Nachdem mich die „Wanderweg-Empfehlungen“ meines Navis mal wieder ins Nirwana geschickt hatten (ich habe die Funktion inzwischen abgeschaltet), kam ich gegen 18.20 Uhr bei ehemaligen Reiseteilnehmern aus meiner Zeit als Reiseleiter in Bad König/Zell an. Sie wohnen an Waldrand mitten in der Natur mit einem tollen Garten, in dem auch ein paar Hühner und Enten mit Jungen rumtoben. Viel schöner geht es nicht! Nach einem üppigen Abendmahl zu fünft (aus Neuhausen waren zwei weitere ehemalige Reiseteilnehmer zu Besuch) mit Lachs, Spargel und Erdbeeren mit Vanilleeis zum Nachtisch, spürte ich wie meine Augenlider nach den heutigen 102,5 Kilometern immer schwerer wurden....ab ins Bett!
Der dringend gebrauchte Ruhetag in Zell verging wie im Flüge mit einem Frühstück auf der Terrasse, einem Spaziergang im Odenwald, einem Mittagessen im Gasthaus zur Post in Momart, in dem auch unser neuer Bundespräsident letztes Jahr zu Besuch war, Kaffeetrinken, Fahrradpflege und Blog schreiben. Und gleich schauen wir natürlich Deutschland-Portugal ... drücken wir die Daumen!

7. Juni 2012

Faire Biketour erfolgreich gestartet!


Nach zwei Fahrtagen habe ich im schönen Weikersheim an der Tauber Gelegenheit die beiden ersten Tage der Fairen Biketour Revue passieren zu lassen. Wie erwartet begann alles mit ein wenig Verzögerung, aber nach einem Foto der Ausrüstung und einem weiteren am Ortsausgang von Neuhausen, dem Startpunkt der Tour, konnte es bei gutem, aber sehr kühlen Wetter losgehen.

Einen ersten Stopp hatte ich in Remseck am Neckar eingelegt. Dort fließt die Rems in den Neckar und zwei überdachte Brücken überspannen beide Flüsse. Eine sehr hügelige, aber landschaftlich reizvolle Landschaft mit Weinbergen, Feldern und Burgen erwartet einem im Heilbronner Land. Das Etappenziel war die Straße, in der ich Ende der 1960 / Anfang der 1970er mehrere Jahre gewohnt hatte. Seitdem war ich nicht mehr dort gewesen. Die Straße, eine Sackgasse, die an ihrem Ende gleich in Weinberge und Wald übergeht, hat sich wenig verändert. Übernachtet habe ich bei unseren Nachbarn, gute Freunde meiner Eltern. Den Tag haben wir dann auf einem netten Bergrestaurant in der Umgebung von Weinsberg ausklingen lassen.

Am zweiten Tag habe ich gleich zu spüren bekommen, was mich wohl immer mal wieder auf der Tour erwarten wird ...16 prozentige Steigungen und viel Regen. Aber der Reihe nach. Nach einem langen Frühstück und einigen ersten Regentropfen fuhr ich in nordöstlicher Richtung über Weinsberg Richtung Öhringen. Nach einer Brezelpause und einer netten Unterhaltung mit einer Briefträgerin aus Leipzig (ihr E-Bike wiegt beladen bis zu 70 Kg!), ging es weiter. Gegen Mittag begann der erste Härtetest der Regenkleidung. Es schüttete gepflegt und es dauerte auch nicht lang bis ich von innen und außen gleichermaßen nass war. Dann ist alles ok, denn nasser als nass geht nun mal nicht. Kurz vor Künzelsau (Hohenlohekreis), direkt vor dem Megabau des "Monatgeprofis" Würth, verlor das Navi, dank neu gebauter Umgehungsstraße, komplett den Überblick. Nach 20 Min. und der simpelsten Lösung - einfach mal geradeaus - hatte ich den Weg wieder und erreichte gut durchgeweicht Künzelsau. In einer Bäckerei mit Café genoß ich eine heiße Schokolade, belegte Brötchen und ein Stück Käsekuchen. Und ich war schon fast wieder trocken. Doch draußen regnete es erbarmungslos weiter und ebenso erbarmungslos stieg ich in den Sattel, dankbar für die fiese, langgezogene Steigung aus Künzelsau nach Überquerung der Brücke über den .... na, wie heißt der Fluss? Richtig .. über den Kocher (ok, ich wusste es auch vorher nicht). Allmählich ließ der Regen nach und vor einer 14-prozentigen Steigung beschloss ich die Regenkleidung abzulegen und etwas zu essen. Ein weiser Entschluss, den der Buckel war gemein. Ein bisschen langsamer und ich wäre rückwärts gefahren. Aber irgendwann war ich oben und der Rest der Tagesetappe führte durch welliges, leicht abschüssiges Gelände auf kaum befahrenen Nebenstraßen ins nette Weikersheim, meinem Etappenziel. Dort bin ich in der Vorbachmühle untergebracht, einem kleinen alternativen Tagungszentrum mit Gästezimmer, in dem auch am 7.6. meine erste Vortragsveranstaltung stattfindet. Abends war ich bei den sehr netten Mitgliedern des dortigen Eine-Welt-Vereins zum Abendessen eingeladen. Ich war ziemlich geschafft. Für alle Statistiker. Fahrtstrecke: 85 Km bei 1550 Höhenmetern. Das reicht mit 20 Kg Gepäck! Alles über Weikersheim dann im nächsten Bericht...Fotos wie gewohnt in der rechten Leiste unter Picasa (Bilder leider aus Zeitgründen nicht beschriftet, sorry! Ich hoffe ich kriege das zukünftig hin...)


2. Juni 2012

Veranstaltungen

Nur noch drei Tage bis zum Start der "Fairen Biketour" am 5. Juni! Inzwischen sind schon eine ganze Menge Vortragsveranstaltungen zusammen gekommen. Einen Überblick (5. Juni bis 16. Juli) bekommt Ihr in der rechten Leiste unter "Veranstaltungen". Zu einigen Veranstaltungen gibt es Links mit Detailinfos. Diese sind mit "Info" gekennzeichnet. Einfach den Namen anklicken, der dahinter steht. Wenn Ihr genauere Infos zu einer spezifischen Veranstaltung benötigt, könnt Ihr mich auch gerne kontaktieren (Kontaktdaten unter "Info zur Fairen Biketour" in der rechten Leiste). Frank

28. Mai 2012

Ausflug nach Tübingen

Die zweite Probefahrt hat mich am Pfingstmontag am Neckar entlang zur Universitätsstadt Tübingen mit seiner wunderschönen Altstadt geführt. Über das Wetter brauche ich nichts weiter zu sagen - die Bilder (s. in der Leiste rechts unten oder unter https://picasaweb.google.com/quetzalfeder) sprechen für sich. Diesmal habe ich die Satteltaschen von www.fahrrad.de beladen ausprobiert. Es fährt sich gut, allerdings bin ich auf dem Rückweg über Pfrondorf, das Schaichtal und auf dem langgezogenen Anstieg nach Bonlanden doch gut ins Schwitzen gekommen. Bergauf macht sich das Gewicht eben voll bemerkbar. Das Navi kennt alle Wanderwege und schickt einen auch gnadenlos über die schmalsten Pfade und die steilsten Abfahrten hinab. Mal schauen, ob ich die Funktion "Wanderwege" nicht besser abschalte. Alles in allem wunderschöne 70 Kilometer bei besten äußeren Bedingungen. Der Countdown läuft. Morgen in einer Woche (am 5. Juni) geht es los!


20. Mai 2012

Test erfolgreich

Bei bestem Wetter habe ich zum ersten Mal die Ausrüstung getestet. Das Fahrrad, ein Ortler Bergerac, fährt sich prima. Allerdings fehlen da ja noch rund 25 Kg Gepäck. Dann werden die Karten neu gemischt! Das Falk Outdoor Navi Lux ist eine große Hilfe, aber noch ein wenig gewöhnungsbedürftig. Wie alle Navis, trifft es manchmal recht merkwürdige Entscheidungen, die man manchmal einfach ignorieren muss. Aber sonst ein klasse Gerät. In der rechten Leiste einige Fotos zur Rundtour, die mich von Neuhausen über Esslingen und Kirchheim/Teck wieder nach Neuhausen geführt hat.