15. September 2012

Viel "Faires" in Gauting


Am 100. Tag der "Fairen Biketour" blieb das Fahrrad in der Garage, da gleich mehrere Termine anstanden und es reichlich regnete. Fies kalt war es obendrein. Ist der Sommer pünktlich am am letzten Tag der bayerischen Schulferien zu Ende? Mit meiner Gastgeberin, die sich sehr für faire und soziale Themen engagiert, fuhr ich - im Auto - zum Biosupermarkt Landmann's in Gräfelfing. Dort schenkten wir fairen Kaffee aus, legten mein Buch "Fair einkaufen - aber wie?" aus und verteilten Infozettel zum am Abend vorgesehenen Vortrag in Gauting.


Mittags stand ein Presseempfang mit der Bürgermeisterin (vor dem tollen Holzfahrrad, das die Stadt aufgestellt hat) auf dem Programm, denn Gauting ist inzwischen "Fairtrade-Town". Selbst die "Süddeutsche Zeitung" hatte eine Praktikantin geschickt und ich mal gespannt, ob auch ein Artikel erscheint. Abends hielt ich dann im Gemeindehaus der evangelischen Kirche einen Vortrag zum Thema "Fair reisen" vor rund 15 Zuhörern, darunter auch die Bürgermeisterin. Dieser "faire" Tag klang dann gemütlich bei einem Glas Wein im Haus meiner Gastgeberin aus.

14. September 2012

Vegan in München

Heute stand nur eine rund 30 Kilometer lange Kurzetappe vom Osten Münchens bis in den Süden nach Gauting an. Interessant war der Besuch des veganen Modeladens "Veganista" mit fairer Kleidung (u.a. keine Lederprodukte) und das Mittagessen in einem, von einer Australierin geführten veganen Delis. Richtig lecker aber nicht billig. Danach schaute ich noch beim Fair Trade Shop in den Einkaufspassagen unter dem Karlsplatz vorbei, den ich mit dem voll beladenen Fahrrad nur erreichte, weil es einen Aufzug gab. Spaß machte es auch den Surfern an der Eisbach-Welle zuzuschauen (s. Foto). Das gibt es halt nur in München. Aus der Stadt rauszukommen war dann nicht weiter schwierig dank guter Radwege. Nur die letzten fünf Kilometer nach Gauting musste ich einer stark befahrenen Landstraße folgen. In Gauting stehen morgen einige Termine an, organisiert vom Gautinger Umweltzentrum Öko & Fair, bei deren Leiterin ich auch untergebracht bin. Zu den Aktivitäten dann mehr beim nächsten Blogeintrag.
Fotolink: https://picasaweb.google.com/Quetzalfeder/60MunchenGauting

13. September 2012

In die bayerische Landeshauptstadt

Nach den schönen Ruhetagen am Chiemsee stand mal wieder eine Radetappe an. Einem späten Frühstück folgte eine gemütliche Fahrt ohne besondere Vorkommnisse von Gstadt nach München bei weiterhin bestem Spätsommerwetter. Ich kam gut vorwärts und erreichte die bayerische Landeshauptstadt bereits um 15.30 Uhr. Da ich meine Bekannte in München zunächst nicht telefonisch erreichen konnte, machte ich eine Rundtour durch den Englischen Garten und ging in der Isar baden. Überall waren Menschen unterwegs, entweder sportlich oder zum relaxen. Natürlich waren auch die Biergärten bestens gefüllt. Viele Fotos habe ich heute nicht gemacht, daher gibt es auch keinen Fotolink.

11. September 2012

Ausflug zur "Kampenwand"

Was auf diesem Werbeplakat steht, stimmt in meinem Fall: Der Chiemsee tut wirklich gut. 


Und besseres Wetter für einen Ausflug in die Berge kann man sich wohl auch nicht wünschen: klare Sicht und angenehme Temperaturen. Also fuhr ich zusammen mit meiner Gastgeberin in Gstadt im Auto nach Aschau.
Dort bestiegen wir die Kampenwandseilbahn, die uns in wenigen Minuten von 620 auf 1461 Meter Höhe brachte. Oben bot sich uns ein fantastisches Bergpanorama: Richtung Süden reichte der Blick bis zum Großglockner und im Norden breitete sich der Chiemsee zu unseren Füßen aus. 

Nach einem kurzen Spaziergang hockten wir uns ins Gras und genossen die Landschaft, waren dabei allerdings nicht gerade alleine, wie man sich vorstellen kann. Während meine Begleiterin wieder mit der Bahn nach unten fuhr, lief ich in rund zwei Stunden zurück zur Talstation. In Aschau aßen wir ein Eis, bevor wir uns auf den Rückweg nach Gstadt machten. Nach einer Siesta und einer Kaffeepause ging ich dann noch im See schwimmen - ein perfekter Tag!
Fotolink: https://picasaweb.google.com/Quetzalfeder/58Chiemsee_II


9. September 2012

Fraueninsel und ... Herreninsel

Ein wunderschöner Spätsommertag mit idealen Temperaturen und wenig Wind. Perfekt um die zwei unterschiedlichen Inseln des Chiemsees zu besichtigen (es gibt noch eine dritte, unbewohnte Insel, die aber von den Ausflugsbooten nicht angesteuert wird). Während die kleinere Fraueninsel mit Kunsthandwerk, Biergarten und Fischsemmeln lockt, ist die Hauptsehenswürdigkeit der Herreninsel das von Ludwig II. gebaute Schloss Hohenchiemsee. Das gute Wetter und die Menschenmassen hielten mich von einer geführten Schlosstour ab. Dafür flanierte ich durch die Alleen mit ihren altehrwürdigen Bäumen und machte Fotos. Von der Herreninsel setzte ich nach Prien über, trank einen Eiskaffee, schaute mir die 125 Jahre alte Chiemseebahn in Aktion an und fuhr schließlich mit einem Bus zurück nach Gstadt. Am späten Nachmittag gab es eine spektakuläre Fernsicht auf die Bergketten im Süden.
Fotolink: https://picasaweb.google.com/Quetzalfeder/57Chiemsee

8. September 2012

Lamas in Bayern

Morgens regnete es und zwar nicht zu knapp. Daher beschloss ich nach dem Frühstück und Verabschiedung von Wirtin und Mitgästen den Zug von Berchtesgarden nach Piding (nördlich von Bad Reichenhall) zu nehmen. Das sparte mir rund 24 Kilometer. Eine weise Entscheidung, denn steile Abfahrten und matschige Waldwege machen bei Regen keinen Spaß. Zum Glück hörte es in Piding auf zu regnen und eine wellige Strecke führte mich zunächst nach Traunstein.

Zuvor passierte ich eine Weide mit Lamas, die mir gleich auffielen. In Traunstein machte ich Mittagspause und setzte meine Fahrt Richtung Chiemsee fort, den ich auf der Nordseite auf dem Chiemsee-Radweg umrundete. Gegen 16.30 Uhr hatte ich mein Etappenziel, ein wunderschön gelegenes, ehemaliges Herrenhaus, erreicht. Zu fotografieren gab es heute nicht allzu viel, daher gibt es diesmal auch keinen Fotolink...):










7. September 2012

Das Echo vom Königssee

Nach einem ruhigen Morgen mit ausgiebigem Frühstück, einem Schwätzchen mit der Wirtin und etwas E-Mail-Schreiberei, fuhr ich mit dem Rad von Oberschönau zum Ufer des Königssees. Dort war die Hölle los. Unmengen von Touristen bestiegen die Ausflugsboote oder wurden von ihnen ausgespuckt. Der Rest flanierte oder saß herum, aß Eis, Kuchen oder mitgebrachte Semmeln. Das Bier floss natürlich auch in Strömen. Schnell machte ich mich zu einem kleinen Rundgang am See auf, zunächst zum Aussichtspunkt "Malerwinkel" und weiter oben zum abseits gelegenen Aussichtspunkt "Rabenwand". Den hatte ich sogar für rund 20 Minuten für mich alleine (s. Foto). Welche Wohltat, wenn auch die Sicht bescheiden war. Nach rund eineinhalb Stunden kam ich an der Talstation der Jenner-Bergbahn wieder raus und machte in einem Café nahebei einen Kaffeestopp. Auf der Rückfahrt zur Pension kaufte ich noch für ein Abendessen zuhause ein.

Am 2. Tag am Königssee stand der Klassiker an: eine Bootstour auf dem See mit Abstecher zum Obersee. Auf dem See verkehren seit 1909! nur Elektroboote für touristische Fahrten. Mitten während der Fahrt wird der Motor abgestellt und ein Crewmitglied fängt an zu trompeten. Und siehe da ...iehe da...he da...zu hören ist ein schönes Echo.

Das gibt es für Stubenhocker auch im Internet unter http://www.seenschifffahrt.de/koenigssee/fahrplan/fahrplan-und-fahrbetrieb/ (rechts unten). Die meisten Touris stiegen an der Kapelle St. Bartolomä aus. Ich fuhr bis Salet weiter, stieg zum Obersee auf und ging dann noch rund eine Stunde weiter zum Röthbach-Wasserfall, einem - im Sommer - mickrigen Rinnsal, das aber 400 m tief hinabstürzt. Dort machte ich eine Vesperpause und gönnte mir vor der Rückfahrt in der Salet-Alm noch einen fetten Germknödel mit Mohn und Vanillesauce. Vormittags war das Wetter sonnig, wenn sich auch die Bergspitzen weiter in Watte hüllten. Aber einen kurzen Blick auf das Watzmann-Massiv konnte ich erhaschen. Auf der Rückfahrt verzichtete ich auf den Besuch der Kapelle St. Bartolomä, da sich dort eine Riesenschlange Wartender gebildet hatte. Touristen hin oder her (schließlich bin ich ja auch einer), den See sollte man einmal in seinem Leben besucht haben. Da ich keine Wanderschuhe dabei habe, kann ich leider keine größeren Touren unternehmen. Schade! Morgen geht es weiter zum Chiemsee.
Fotolink:https://picasaweb.google.com/Quetzalfeder/55Konigssee

6. September 2012

Der Watzmann ruft! Nord-Süd-Route komplett...

Irgendwie hatte ich keine Lust auf Stadt und beschloss den Besuch von Salzburg zu streichen. Dafür machte ich mich auf eine lange Etappe mit vielen Höhenmetern (ganz was Neues!) von Burghausen zum Königssee. Obwohl ich durch eine sehr schöne Landschaft radelte, bekam ich wenig zu sehen, da es den ganzen Tag über diesig war. Dementsprechend wenige Fotos habe ich von dieser Strecke anzubieten. Zumindest waren die Temperaturen angenehm zum  Radfahren. Bereits zu Beginn der Etappe gab es einige kurze, knackige Anstiege zu bewältigen. Nach einem Verpflegungsstopp in Tittmoning an der Salzach (der dortige Bioladen verschenkte überreife Bananen - ein Fest für hungrige Radfahrer) ging es durch die hügelige, einsame Landschaft des Salzachtals. Irgendwann traf ich auf den beliebten Bodensee-Königssee-Radweg, dem ich bis Berchtesgarden folgte. Dort trieben sich erwartungsgemäß Massen von Touristen herum.

Nach einer  heißen Schokolade und einem Apfelteilchen machte ich mich auf die letzten Kilometer zu meiner Pension, einem Naturland-Hof, der noch rund vier Kilometer vom Königssee entfernt liegt (s. Foto r.). Mit Genuss aß ich ein paar Käsespätzle in einem naheliegenden Gasthof und schaute abends nach längerer Zeit mal wieder ein wenig Fernsehen. Mit der heutigen Etappe endet die Nord-Süd-Durchquerung Deutschland, für die ich rund 1600 Kilometer geradelt bin.
Fotolink: https://picasaweb.google.com/Quetzalfeder/54BurghausenKonigssee

5. September 2012

Beim Papst vorbei...

Erneuter Flusswechsel. Heute folgt meine Route zunächst dem Inn. Der Weg führt anfangs durch ein schönes, welliges Waldstück mit Kletterfelsen und passierte eine tolle Hängebrücke, die nur für Fußgänger und Radfahrer gebaut wurde. Am gegenüberliegenden Ufer liegt Österreich. Danach folgt eine längere Passage durch die Auenlandschaft des Inns. Der Radweg verläuft kilometerlang auf dem Flussdamm, gelegentlich unterbrochen durch kleinere Dörfer, wie das aufregende "Öd" (nomen est omen, s. Foto), die wie ausgestorben dalagen. Bei Marktl, dem Geburtsort "unsereres" Papstes überquerte ich den Inn und erreichte wenig später den Wallfahrtsort Altötting.
 
Schon erstaunlich mit welcher Inbrunst viele Menschen an die Kräfte der Jungfrau Maria glauben, was sich in Hunderten (wenn nicht Tausenden) von Dankestafeln manifestiert. Nicht weit entfernt von Altötting treffe ich in Burghausen, meinem Tagesziel nach 125 Kilometern, auf die Salzach, den Grenzfluss zwischen Österreich und Deutschland. In Burghausen gibt es die längste Burg der Welt zu bestaunen, eine wahrlich eindrucksvolle Konstruktion, die rund 1000 m lang ist. Ich bekam noch ein Zimmer für mich allein in der Jugendherberge, schob mir ein paar Nudeln bei einem Italiener rein und hatte dann mal wieder genug für einen Tag.
Fotolink: https://picasaweb.google.com/Quetzalfeder/53PassauAltottingBurghausen

4. September 2012

Fotospecial "Passau und Barockfest"


Am 89. Tag der „Fairen Biketour“ beginnt mit dem September der letzte Monat meines Deutschland-Abenteuers. Zumindest hatte es aufgehört zu regnen, aber eine geschlossene, bleierne Wolkendecke hing den ganzen Tag über der Stadt und ließ der Sonne keine Chance. Nach spätem Frühstück und der Fahrradpflege, die mehr als eine Stunde in Anspruch nahm, machte ich einen Spaziergang durch die Altstadt Richtung Dreiflüsse-Eck (Donau-Inn-Ilz). Der Inn war aufgrund der Regenfälle der vergangenen Tage stark angeschwollen und führte deutlich mehr Wasser als die Donau. Am Ufer kam es zu kleineren Überschwemmungen, die aber weit entfernt von den Höchstständen vergangener Jahrhunderte waren. In der Altstadt fand an diesem Wochenende das „Barockfest“ statt, mit einem gelungenen Mittelaltermarkt, Live-Barockmusik, vielen Freßbuden und Fechtvorführungen. Alles nett anzuschauen, denn auch viele Passauer hatten sich Perücken aufgesetzt und sich kleidertechnisch ans Fest angepasst. Nach einer ausgedehnten Kaffeepause mit Zeitung lesen in einem Coffee-Shop kaufte ich noch ein wenig ein, bevor ich am späten Nachmittag in meine „Klosterzelle“ zurück kehrte. Zum Glück hat das Hotel einen großen Aufenthaltsraum mit Donaublick, in dem es sich gut arbeiten lässt. So konnte ich die vergangenen Tage aufarbeiten und die Bilder bearbeiten.

3. September 2012

"Sauwetter"


Wie bereits im Wetterbericht angekündigt, folgte ein gruseliger Tag – Daueregen und kalt. Da kommt bei Radfahrern einfach keine Freude auf. Doch zunächst gab es ein Mega-Rührei mit den vortags gesammelten Pfifferlingen – genial! Aufgrund der niedrigen Temperaturen beschloss ich die Waldbahn bis Deggendorf am Fuß des Bayerischen Walds zu nehmen. Der erste Versuch endete nach rund einer halben Stunde an der Haltestelle „Gotteszell“. Ein Baumstamm hatte wohl die Fahrbahn blockiert. Also wieder zurück nach Zwiesel, Zug gewechselt und erneuter Aufbruch. Diesmal schaffte ich es bis Deggendorf . Nachdem ich mich im Bahnhof  mit Brötchen und Kuchen vollgestopft hatte, folgte eine Regenetappe nach Passau entlang des Donauradwegs. Ich kam trotz Regen bestens voran und hatte die 58 Kilometer in rund zweieinhalb Stunden hinter mich gebracht. 


Da ein Teil der Strecke auf ungeteerten Wegen erfolgte, hatte ich das Rad und mich aber von oben bis unten eingesaut. Na ja, war nicht das erste Mal und ist wahrscheinlich auch nicht das letzte Mal gewesen. Meine Unterkunft in Passau hatte ich telefonisch vorgebucht. Direkt an der Donau liegt das spartanische Hotel Rotel Inn in Form eines ruhenden Menschen, das dem Veranstalter Rotel Tours gehört und in dem man mit Gemeinschaftsbad in aufs allernotwendigste reduzierten, klosterähnlichen Zellen übernachtet (s. Foto unten).

Meine Radsachen wusch ich gleich beim Duschen mit und hängte sie im Heizungsraums des Hotels auf. Abends bestellte ich mir eine Pizza von außerhalb (im Hotel gibt es nur Frühstück) und hielt noch bis rund 22 Uhr durch.

2. September 2012

Tagesausflug nach Tschechien

Zu Beginn der „Fairen Biketour“ hätte ich mir nicht träumen lassen, eine Wandertour im tschechischen Nationalpark Sumava zu unternehmen. Dieser grenzt an den Nationalpark Bayerischer Wald an und wird über den Grenzort Bayrisch Eisenstein erreicht. Während der tschechische Grenzort Zelezna Ruda mit Hotels, Casinos und von Vietnamesen geführten Ramschläden eher abtörnt, entschädigt der Nationalpark für alle von Menschen angerichteten Übel. Leider ist auch die tschechische Seite des Parks zunehmend vom Borkenkäfer befallen, der ganze Waldstücke niedermacht und von den Behörden unzureichend bekämpft wird oder vielleicht auch nicht bekämpft werden soll oder darf. Jedenfalls leistet das kleine Insekt ganze Arbeit  und hinterlässt reihenweise tote Bäume. Auf unserer Wanderung folgten wir einem schönen Fluss, gelangten zu einer ehemaligen deutschen Siedlung, die nach dem 2. Weltkrieg gesprengt wurde, sammelten Pfifferlinge und mussten zum Schluss den Fluss mangels Brücke durchwaten. Alles in allem ein sehr schöner Tagesausflug, der von einem guten Abendessen auf dem überdachten Balkon eines Zwieseler Restaurants gekrönt wurde. Das Detail „überdacht“ erwähne ich bewusst, da während des Essens ein gewaltiges Gewitter mit ebenfalls gewaltigem Regenguss niederging.
Fotolink: https://picasaweb.google.com/Quetzalfeder/50TagesausflugNachTschechien