Irgendwie hatte ich keine Lust auf Stadt und beschloss den Besuch von Salzburg zu streichen. Dafür machte ich mich auf eine lange Etappe mit vielen Höhenmetern (ganz was Neues!) von Burghausen zum Königssee. Obwohl ich durch eine sehr schöne Landschaft radelte, bekam ich wenig zu sehen, da es den ganzen Tag über diesig war. Dementsprechend wenige Fotos habe ich von dieser Strecke anzubieten. Zumindest waren die Temperaturen angenehm zum Radfahren. Bereits zu Beginn der Etappe gab es einige kurze, knackige Anstiege zu bewältigen. Nach einem Verpflegungsstopp in Tittmoning an der Salzach (der dortige Bioladen verschenkte überreife Bananen - ein Fest für hungrige Radfahrer) ging es durch die hügelige, einsame Landschaft des Salzachtals. Irgendwann traf ich auf den beliebten Bodensee-Königssee-Radweg, dem ich bis Berchtesgarden folgte. Dort trieben sich erwartungsgemäß Massen von Touristen herum.
Nach einer heißen Schokolade und einem Apfelteilchen machte ich mich auf die letzten Kilometer zu meiner Pension, einem Naturland-Hof, der noch rund vier Kilometer vom Königssee entfernt liegt (s. Foto r.). Mit Genuss aß ich ein paar Käsespätzle in einem naheliegenden Gasthof und schaute abends nach längerer Zeit mal wieder ein wenig Fernsehen. Mit der heutigen Etappe endet die Nord-Süd-Durchquerung Deutschland, für die ich rund 1600 Kilometer geradelt bin.
Fotolink: https://picasaweb.google.com/Quetzalfeder/54BurghausenKonigssee
6. September 2012
5. September 2012
Beim Papst vorbei...
Erneuter Flusswechsel. Heute folgt meine Route zunächst dem Inn. Der Weg führt anfangs durch ein schönes, welliges Waldstück mit Kletterfelsen und passierte eine tolle Hängebrücke, die nur für Fußgänger und Radfahrer gebaut wurde. Am gegenüberliegenden Ufer liegt Österreich. Danach folgt eine längere Passage durch die Auenlandschaft des Inns. Der Radweg verläuft kilometerlang auf dem Flussdamm, gelegentlich unterbrochen durch kleinere Dörfer, wie das aufregende "Öd" (nomen est omen, s. Foto), die wie ausgestorben dalagen. Bei Marktl, dem Geburtsort "unsereres" Papstes überquerte ich den Inn und erreichte wenig später den Wallfahrtsort Altötting.
Schon erstaunlich mit welcher Inbrunst viele Menschen an die Kräfte der Jungfrau Maria glauben, was sich in Hunderten (wenn nicht Tausenden) von Dankestafeln manifestiert. Nicht weit entfernt von Altötting treffe ich in Burghausen, meinem Tagesziel nach 125 Kilometern, auf die Salzach, den Grenzfluss zwischen Österreich und Deutschland. In Burghausen gibt es die längste Burg der Welt zu bestaunen, eine wahrlich eindrucksvolle Konstruktion, die rund 1000 m lang ist. Ich bekam noch ein Zimmer für mich allein in der Jugendherberge, schob mir ein paar Nudeln bei einem Italiener rein und hatte dann mal wieder genug für einen Tag.
Fotolink: https://picasaweb.google.com/Quetzalfeder/53PassauAltottingBurghausen
Schon erstaunlich mit welcher Inbrunst viele Menschen an die Kräfte der Jungfrau Maria glauben, was sich in Hunderten (wenn nicht Tausenden) von Dankestafeln manifestiert. Nicht weit entfernt von Altötting treffe ich in Burghausen, meinem Tagesziel nach 125 Kilometern, auf die Salzach, den Grenzfluss zwischen Österreich und Deutschland. In Burghausen gibt es die längste Burg der Welt zu bestaunen, eine wahrlich eindrucksvolle Konstruktion, die rund 1000 m lang ist. Ich bekam noch ein Zimmer für mich allein in der Jugendherberge, schob mir ein paar Nudeln bei einem Italiener rein und hatte dann mal wieder genug für einen Tag.
Fotolink: https://picasaweb.google.com/Quetzalfeder/53PassauAltottingBurghausen
4. September 2012
Fotospecial "Passau und Barockfest"
Am 89. Tag der „Fairen Biketour“ beginnt mit dem September
der letzte Monat meines Deutschland-Abenteuers. Zumindest hatte es aufgehört zu
regnen, aber eine geschlossene, bleierne Wolkendecke hing den ganzen Tag über
der Stadt und ließ der Sonne keine Chance. Nach spätem Frühstück und der
Fahrradpflege, die mehr als eine Stunde in Anspruch nahm, machte ich einen
Spaziergang durch die Altstadt Richtung Dreiflüsse-Eck (Donau-Inn-Ilz). Der Inn
war aufgrund der Regenfälle der vergangenen Tage stark angeschwollen und führte
deutlich mehr Wasser als die Donau. Am Ufer kam es zu kleineren
Überschwemmungen, die aber weit entfernt von den Höchstständen vergangener
Jahrhunderte waren. In der Altstadt fand an diesem Wochenende das „Barockfest“
statt, mit einem gelungenen Mittelaltermarkt, Live-Barockmusik, vielen
Freßbuden und Fechtvorführungen. Alles nett anzuschauen, denn auch viele
Passauer hatten sich Perücken aufgesetzt und sich kleidertechnisch ans Fest
angepasst. Nach einer ausgedehnten Kaffeepause mit Zeitung lesen in einem
Coffee-Shop kaufte ich noch ein wenig ein, bevor ich am späten Nachmittag in
meine „Klosterzelle“ zurück kehrte. Zum Glück hat das Hotel einen großen
Aufenthaltsraum mit Donaublick, in dem es sich gut arbeiten lässt. So konnte
ich die vergangenen Tage aufarbeiten und die Bilder bearbeiten.
3. September 2012
"Sauwetter"
Wie bereits im Wetterbericht angekündigt, folgte ein
gruseliger Tag – Daueregen und kalt. Da kommt bei Radfahrern einfach keine
Freude auf. Doch zunächst gab es ein Mega-Rührei mit den vortags gesammelten
Pfifferlingen – genial! Aufgrund der niedrigen Temperaturen beschloss ich die
Waldbahn bis Deggendorf am Fuß des Bayerischen Walds zu nehmen. Der erste
Versuch endete nach rund einer halben Stunde an der Haltestelle „Gotteszell“.
Ein Baumstamm hatte wohl die Fahrbahn blockiert. Also wieder zurück nach
Zwiesel, Zug gewechselt und erneuter Aufbruch. Diesmal schaffte ich es bis
Deggendorf . Nachdem ich mich im Bahnhof mit Brötchen und Kuchen vollgestopft hatte,
folgte eine Regenetappe nach Passau entlang des Donauradwegs. Ich kam trotz
Regen bestens voran und hatte die 58 Kilometer in rund zweieinhalb Stunden
hinter mich gebracht.
Da ein Teil der Strecke auf ungeteerten Wegen erfolgte,
hatte ich das Rad und mich aber von oben
bis unten eingesaut. Na ja, war nicht das erste Mal und ist wahrscheinlich auch
nicht das letzte Mal gewesen. Meine Unterkunft in Passau hatte ich telefonisch vorgebucht. Direkt an der Donau liegt das spartanische Hotel
Rotel Inn in Form eines ruhenden Menschen, das dem Veranstalter Rotel Tours
gehört und in dem man mit Gemeinschaftsbad in aufs allernotwendigste
reduzierten, klosterähnlichen Zellen übernachtet (s. Foto unten).
Meine Radsachen
wusch ich gleich beim Duschen mit und hängte sie im Heizungsraums des Hotels
auf. Abends bestellte ich mir eine Pizza von außerhalb (im Hotel gibt es nur
Frühstück) und hielt noch bis rund 22 Uhr durch.
2. September 2012
Tagesausflug nach Tschechien
Zu Beginn der „Fairen Biketour“ hätte ich mir
nicht träumen lassen, eine Wandertour im tschechischen Nationalpark Sumava zu
unternehmen. Dieser grenzt an den Nationalpark Bayerischer Wald an und wird
über den Grenzort Bayrisch Eisenstein erreicht. Während der tschechische
Grenzort Zelezna Ruda mit Hotels, Casinos und von Vietnamesen geführten
Ramschläden eher abtörnt, entschädigt der Nationalpark für alle von Menschen
angerichteten Übel. Leider ist auch die tschechische Seite des Parks zunehmend
vom Borkenkäfer befallen, der ganze Waldstücke niedermacht und von den Behörden
unzureichend bekämpft wird oder vielleicht auch nicht bekämpft werden soll oder
darf. Jedenfalls leistet das kleine Insekt ganze Arbeit und hinterlässt reihenweise tote Bäume. Auf
unserer Wanderung folgten wir einem schönen Fluss, gelangten zu einer
ehemaligen deutschen Siedlung, die nach dem 2. Weltkrieg gesprengt wurde,
sammelten Pfifferlinge und mussten zum Schluss den Fluss mangels Brücke
durchwaten. Alles in allem ein sehr schöner Tagesausflug, der von einem guten
Abendessen auf dem überdachten Balkon eines Zwieseler Restaurants gekrönt
wurde. Das Detail „überdacht“ erwähne ich bewusst, da während des Essens ein
gewaltiges Gewitter mit ebenfalls gewaltigem Regenguss niederging.
Fotolink: https://picasaweb.google.com/Quetzalfeder/50TagesausflugNachTschechien
Fotolink: https://picasaweb.google.com/Quetzalfeder/50TagesausflugNachTschechien
1. September 2012
Poweretappe tief in den Bayerischen Wald hinein
Der bislang längste und härteste Tag der „Fairen Biketour“
führte mich von Regensburg in den Bayrischen Wald nach Zwiesel. Da gab es
Höhenmeter zu bewältigen und zwar nicht zu knapp. Am Ende des zehnstündigen „Arbeitstages“
waren es knapp 2500 und 122,5 Kilometer! Dementsprechend platt war ich bei meiner
Ankunft gegen 20 Uhr in Zwiesel. Aber der Reihe nach: Die ersten 30 Kilometer
waren flach und einfach – sie führten bei bestem Radelwetter entlang der Donau.
Die ersten vergeblichen Höhenmeter legte ich dann beim Versuch zurück, den Nepal-Himalaya-Pavillon
der Expo Hannover zu erreichen, der bei Wisent in einem tollen Garten wieder
aufgebaut worden ist. Leider war geschlossen und ein wenig frustriert trat ich
die Weiterfahrt an. Nach Wisent ging es auf einsamen Sträßchen durch schönste
Wald- und Wiesenlandschaft, allerdings waren mehrmals 20-prozentige Steigungen
zu bewältigen. Immer wieder ging es steil rauf und ebenso steil runter – extrem
kräftezehrend. Die heutige Etappe hätte ich zu Beginn der „Fairen Biketour“
niemals gepackt. Nach 3500 Kilometern hat man naturgemäß ein wenig Saft in den Beinen, was
aber nicht heißen will, dass es dann leidensfrei wird. Aber ich hätte es auch
ein wenig einfacher haben können. Doch ich wollte es unbedingt bis Zwiesel
schaffen, da meine Bekannten dort nur einen weiteren Tag da waren, bevor sie
selbst ein paar Tage in den Urlaub fuhren. Geplant war auch ein Ausflug nach Tschechien
(s. nächster Blogeintrag). Also biss ich die Zähne zusammen und kämpfte mich
bis Zwiesel durch, das schon ziemlich tief im Bayerischen Wald am Fuß des Großen
Arber liegt. Das ist mit 1456 m die höchste Erhebung des Bayerischen Walds. Nach
meiner Ankunft und einem Fichtelnadelbad (wow, das tat gut!) bekam ich noch
etwas Warmes zu essen und schlief umgehend kurz nach 22 Uhr todmüde ein.
Fotolink: https://picasaweb.google.com/Quetzalfeder/49RegensburgZwiesel
Fotolink: https://picasaweb.google.com/Quetzalfeder/49RegensburgZwiesel
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