2. September 2012

Tagesausflug nach Tschechien

Zu Beginn der „Fairen Biketour“ hätte ich mir nicht träumen lassen, eine Wandertour im tschechischen Nationalpark Sumava zu unternehmen. Dieser grenzt an den Nationalpark Bayerischer Wald an und wird über den Grenzort Bayrisch Eisenstein erreicht. Während der tschechische Grenzort Zelezna Ruda mit Hotels, Casinos und von Vietnamesen geführten Ramschläden eher abtörnt, entschädigt der Nationalpark für alle von Menschen angerichteten Übel. Leider ist auch die tschechische Seite des Parks zunehmend vom Borkenkäfer befallen, der ganze Waldstücke niedermacht und von den Behörden unzureichend bekämpft wird oder vielleicht auch nicht bekämpft werden soll oder darf. Jedenfalls leistet das kleine Insekt ganze Arbeit  und hinterlässt reihenweise tote Bäume. Auf unserer Wanderung folgten wir einem schönen Fluss, gelangten zu einer ehemaligen deutschen Siedlung, die nach dem 2. Weltkrieg gesprengt wurde, sammelten Pfifferlinge und mussten zum Schluss den Fluss mangels Brücke durchwaten. Alles in allem ein sehr schöner Tagesausflug, der von einem guten Abendessen auf dem überdachten Balkon eines Zwieseler Restaurants gekrönt wurde. Das Detail „überdacht“ erwähne ich bewusst, da während des Essens ein gewaltiges Gewitter mit ebenfalls gewaltigem Regenguss niederging.
Fotolink: https://picasaweb.google.com/Quetzalfeder/50TagesausflugNachTschechien

1. September 2012

Poweretappe tief in den Bayerischen Wald hinein


Der bislang längste und härteste Tag der „Fairen Biketour“ führte mich von Regensburg in den Bayrischen Wald nach Zwiesel. Da gab es Höhenmeter zu bewältigen und zwar nicht zu knapp. Am Ende des zehnstündigen „Arbeitstages“ waren es knapp 2500 und 122,5 Kilometer! Dementsprechend platt war ich bei meiner Ankunft gegen 20 Uhr in Zwiesel. Aber der Reihe nach: Die ersten 30 Kilometer waren flach und einfach – sie führten bei bestem Radelwetter entlang der Donau. Die ersten vergeblichen Höhenmeter legte ich dann beim Versuch zurück, den Nepal-Himalaya-Pavillon der Expo Hannover zu erreichen, der bei Wisent in einem tollen Garten wieder aufgebaut worden ist. Leider war geschlossen und ein wenig frustriert trat ich die Weiterfahrt an. Nach Wisent ging es auf einsamen Sträßchen durch schönste Wald- und Wiesenlandschaft, allerdings waren mehrmals 20-prozentige Steigungen zu bewältigen. Immer wieder ging es steil rauf und ebenso steil runter – extrem kräftezehrend. Die heutige Etappe hätte ich zu Beginn der „Fairen Biketour“ niemals gepackt. Nach 3500 Kilometern hat man naturgemäß ein wenig Saft in den Beinen, was aber nicht heißen will, dass es dann leidensfrei wird. Aber ich hätte es auch ein wenig einfacher haben können. Doch ich wollte es unbedingt bis Zwiesel schaffen, da meine Bekannten dort nur einen weiteren Tag da waren, bevor sie selbst ein paar Tage in den Urlaub fuhren. Geplant war auch ein Ausflug nach Tschechien (s. nächster Blogeintrag). Also biss ich die Zähne zusammen und kämpfte mich bis Zwiesel durch, das schon ziemlich tief im Bayerischen Wald am Fuß des Großen Arber liegt. Das ist mit 1456 m die höchste Erhebung des Bayerischen Walds. Nach meiner Ankunft und einem Fichtelnadelbad (wow, das tat gut!) bekam ich noch etwas Warmes zu essen und schlief umgehend kurz nach 22 Uhr todmüde ein.
Fotolink: https://picasaweb.google.com/Quetzalfeder/49RegensburgZwiesel

31. August 2012

Fotospecial "Regensburg und Umgebung"

Die Regenburger Altstadt gehört inzwischen zum Unesco-Weltkulturerbe - ganz zu Recht. Verwinkelte Gassen laden zum Bummeln ein, zahlreiche Cafés zum Verweilen. Auch die Umgebung ist sehenswert. Ein schöner Ausflug entlang des Donauradwegs führte mich zur Walhalla, einem beeindruckendem Bauwerk des 19. Jh. mit tollem Blick über den Fluss. Das alles bei bestem Wetter, so dass ich ein paar Leckereien im Bio-Supermarkt einkaufte und am Zeltplatz zu Abend aß. Neben mir zeltete ein Pärchen, das die Donau bis Passau mit dem Kanu bezwingen will. So macht jeder sein Ding ... Viel Spaß mit den Bildern.
Fotolink: https://picasaweb.google.com/Quetzalfeder/48FotospecialRegensburgUndUmgebung

28. August 2012

Zur schönen blauen Donau ...

Bei frischen Temperaturen startete ich gegen 11 Uhr von Vorderhaslach, zunächst geführt vom Sohn meiner Gastgeber. Der Weg verlief lange wellig und sehr schön zu fahren auf der Jura-Hochfläche. Ruckzuck hatte ich die ersten 60 Kilometer absolviert und machte eine verspätete Mittagspause in Kallmünz, einem romantischen Ort am Zusammenfluss von Naab und Vils. Herrlich bei angenehmen Temperaturen am Flussufer zu sitzen, ein Eis zu essen und ein wenig zu telefonieren. Der Naab folgte ich dann auf dem 5-Flüsse-Radweg weitere 28 Km bis zur Mündung in die Donau. Rund zwei Kilometer nördlich von Regensburg liegt ein netter Campingplatz direkt an der Donau, in dem ich gleich eincheckte. Später folgte dann Sonnenuntergang schauen am Donauufer und abends ein mickriges Mahl im Restaurant des Campingplatzes, das aber durch ein nettes Gespräch mit einem Pärchen aus dem Sauerland kompensiert wurde.
Fotolink: https://picasaweb.google.com/Quetzalfeder/47VorderhaslachRegensburg

Vom "Roten Main" nach Kamerun

Morgens brachte mich Heinz vom Weltladen Bayreuth netterweise persönlich mit dem Fahrrad auf den Radweg Richtung Süden. In Creußen machte ich einen Schwenk Richtung Osten und fuhr zur Quelle des "Roten Mains", einem müden Rinnsal in der Fränkischen Schweiz. Doch die schöne Waldlandschaft entschädigte für die zusätzlichen Höhenmeter, die es auch heute wieder reichlich zu bezwingen gab.Neu war mir die Abkürzung nach Afrika, der ich aus Neugier beinahe gefolgt wäre (s. Foto).

Nach einer Mittagspause auf einem Bänkchen eines Wanderparkplatzes bei Plech war mal wieder ein Höhenzug zu bezwingen, bevor eine langgezogene Abfahrt nach Hersbruck, östlich von Nürnberg, auf dem Programm stand. Dort folgte eine Kaffee- und Kuchenpause. Die letzten fünf Kilometer der heutigen 80-Km-Etappe führten ständig bergauf bis nach Vorderhaslach, meinem Etappenziel. Hier befindet sich auf der Jurahochfläche eine Demeter-Hofgemeinschaft, bestehend aus drei Familien. Eine von Ihnen hatte ich vor rund drei Jahren kennegelernt, als ich die Messe Biofach in Nürnberg besuchte und hier übernachtete. Schön mal wieder in dieses Naturparadies zurückkehren zu können. Dem Abendessen folgte ein kleiner Spaziergang, der von einem tollen Sonnenunergang begleitet war. Natürlich stand in Vorderhaslach ein Ruhetag auf dem Programm, den ich mit netten Gesprächen, leckeren Plaumenkuchen essen, Blog schreiben, Volleyball spielen und  Tatort schauen verbracht.
Fotolink:https://picasaweb.google.com/Quetzalfeder/46BayreuthVorderhaslach

26. August 2012

Temperatursturz am Campingplatz


In der klaren Nacht sank die Temperatur auf etwa 7 Grad, was meinen Schlafsack („zugelassen“ bis plus 15 Grad) doch deutlich überforderte. Also, alle warmen Klamotten anziehen und weiterpennen. Morgens war das Zelt klatschnass durch die hohe Luftfeuchtigkeit am See. Ich packte es nass ein, denn ich hatte abends einen Vortragstermin in Bayreuth und konnte nicht warten, bis es trocknete. Das Wetter war bestens, viel Sonne aber es war halt empfindlich frisch. Sogar die lange Radhose musste  ich mal wieder auspacken. Schnell noch in Köditz auf einer Bank gefrühstückt und los ging es. Trotz zahlreicher Anstiege und entsprechender Höhenmeter war die Strecke weniger anstrengend als die Hammeretappen der vergangenen Tage. Wieder einmal ging es durch liebliche Landschaft und viele kleine Dörfer, parallel zum Fichtelgebirge, in dem die Saale entspringt, die in Bayern übrigens „Sächsische Saale“ heißt. Die spinnen die Nordfranken! 

Gegen 15 Uhr landete ich dann wohlbehalten in Bayreuth und wurde von einem Mitarbeiter des Weltladens zu meinem Schlafquartier gebracht. Der Vortrag am Abend im Innenhof des Weltladens Bayreuth war aufgrund des schönen Wetters und der Schulferien nur mäßig besucht, aber die Pro-Kopf-Spendeneinnahmen waren die höchsten der gesamten Tour. Besten Dank an dieser Stelle an alle Spender! Nach dem Vortrag ging ich noch mit Heinz, einem der vielen engagierten Mitarbeiter des Weltladens, ein Bier trinken und war mal wieder ziemlich kaputt, als ich gegen Mitternacht ins Bett ging. Zum Glück hatte ich am nächsten Tag einen Ruhetag in Bayreuth, den ich mal wieder überwiegend vor dem Computer verbrachte. Nachmittags erledigte ich ein paar Dinge in der Stadt, in der man eine gute Mischung aus Touristen, Studenten und Einheimischen sieht, und schaffte es gerade mal so zwischen zwei Regenschauern einigermaßen trocken nach Hause zu gelangen. 

23. August 2012

Schon mehr als 3000 Kilometer!


Gegen 4.30 morgens begann es heftig zu gewittern und ich musste schnell aus dem Zelt, um ein paar Sachen, die draußen hingen, rechtzeitig reinzuholen. Zum Glück hielt sich die Regenmenge in Grenzen, sodass am Morgen fast alles wieder trocken war. Ich holte Brötchen beim Bäcker in Saalburg und brach kurz nach zehn Uhr auf zu einer weiteren Achterbahn-Etappe auf. Wieder einmal waren zahlreiche 12-Prozenter und lange, zermürbende Steigungen zu bewältigen. Einschließlich des heutigen Tags bin ich in den letzten drei Tagen 250 Kilometer und 4750 Höhenmeter gefahren! Wie soll das erst in den Alpen werden?
Für „Erheiterung“ sorgten auch zwei weitere Ereignisse: Zum einen gelangte ich nach einer falschen Abzweigung auf den ehemaligen Grenzstreifen, dem ich eine Weile folgte, und kurz darauf zu einem tollen Aussichtspunkt über die Saale, den ich so nie gefunden hätte. Zum anderen musste ich wenig später feststellen, dass die Saale ihre Fließrichtung geändert hatte. Das machen Flüsse allerdings nur, wenn man sich verfahren hat. Bingo! Schon tauchte erneut der Schornstein der Zellulosefabrik von Blankenstein auf, den ich bereits vor einer Stunde passiert hatte. Ich war im Kreis gefahren. Das kommt davon, wenn man die Routenvorschläge des Navis ignoriert und der angeblich schöneren Route des oft zweideutig ausgeschilderten Saale-Radwegs zu folgen versucht. Nach einer ausgiebigen Rast in Blankenstein und Gesprächen mit Leidensgenossen vor dem örtlichen Supermarkt, stand mal wieder – jawoll – eine längere Steigung an. Zum Glück die letzte für heute und wenige Kilometer vor Hof (nach mehr als einem Monat in Ostdeutschland bin ich wieder im Westen!), traf ich auf einen superschön an einem kleinen See gelegenen Zeltplatz und beschloss hier die Nacht zu verbringen. Abends gab es im Restaurant des Campingplatzes endlich mal wieder Nudeln, die ich dringend benötige. Meine Kohlehydratspeicher sind ziemlich alle ...
Fotolink: https://picasaweb.google.com/Quetzalfeder/44SaalburgKoditz

Höhenmeter ohne Ende ...

Wenn ich bislang glaubte, dass der Saale-Radweg gemütlich dem Flusslauf und den schönen Talsperren folgt, belehrte mich dieser Tag eines besseren. Es war weiterhin brüllend heiß, wenn auch „nur noch“ 32 Grad im Schatten. Hinter Saalfeld begann der „Spaß“ mit einigen knackigen 12-Prozentern, bei der die Lunge bereits ans Pfeifen kommt. Danach ging es richtig los. Einem längerem Anstieg zur Talsperre Hohenwarte folgte ein kurzes Stück entlang des Stausees. Danach ging es weiter bergauf und da ich kein Wasser mehr hatte, musste ich mir in einem kleinen Kaff (kein Laden, gar nichts!) bei Privatpersonen die Wasserflasche auffüllen lassen. Selten so viele mitleidige Blicke bekommen! Für die Mühen der Anstiege entschädigte die wunderschöne Abfahrt durch den Wald zur Mühlenfähre mit Blick auf die Talsperre. Bevor ich mit dem kleinen Boot, das auch bis zu zwei PKW mitnehmen kann, auf die andere Seite übersetzte, ging ich schwimmen und machte eine Siesta. In einem Restaurant bekam ich nur Kuchen und zwei Bananen, obwohl mir eher nach 2 Kilo Nudeln war. Egal, weiter ging es. Nach zwei weiteren Anstiegen plus den dazugehörenden Abfahrten, traf ich am frühen Abend an einem Campingplatz in Saalburg an der Talsperre Bleiloch ein. Nach dem Zeltaufbau hüpfte ich in den See und ging in Saalburg Abendessen, da das Restaurant des Campingplatzes abends geschlossen hatte.
Fotolink: https://picasaweb.google.com/Quetzalfeder/43RudolstadtSaalburg

21. August 2012

Hitzeschlacht

Einer der bislang anstrengendsten und auch längsten Tage der "Fairen Biketour". Trotz eines frühen Starts in Pettstädt, brauchte ich für die rund 65 km  nach Jena mit Pausen rund vier Stunden. Die Hitze und welliges Gelände ließen keine höheren Geschwindigkeiten zu. Mit dem letzten Tropfen Wasser lief ich gegen 13 Uhr in Jena ein und machte eine lange Mittagspause, die sich bis 16.30 hinzog. Ich hatte wenig Lust weiterzufahren und ging alle Varianten durch, darunter auch eine Teilstrecke mit dem Zug über Gera Richtung Süden zu fahren. Schließlich entschied ich mich weiter dem Saale-Radweg zu folgen.

Doch auch Flußradwege haben Steigungen und diese addierten sich heute auf 1500 Höhenmeter - brutal bei der Hitze. Am Zusammenfluss von Orla und Saale nahm ich ein erfrischendes Bad, dessen belebende Wirkung aber nach rund 10 Minuten verpuffte. Beim Schlusstück nach Rudolstadt, meinem Etappenziel, musste ich wirklich kämpfen - Hügel nach Hügel und ein fieser, warmer Gegenwind forderten mir alles ab. Zum Schluss der Etappe zeigte der Tacho 118 Kilometer. Was man dann überhaupt nicht braucht, sind Baustellen, Brückenumfahrungen und Treppen, über die man das Rad schleppen muss. Aber kurz vor acht Uhr abends hatte ich es geschafft und nahm mir das nächstbeste Hotelzimmer. Schnell noch was gegessen und ab ins Bett ... morgen ist wieder eine lange Etappe dran und viel kälter soll es auch nicht werden. Ich schaue mal, wie weit ich komme ...  
Fotolink:https://picasaweb.google.com/Quetzalfeder/42PettstadtRudolstadt